Ein leichtes, einfaches Leben.
Das Versprechen unendlicher Macht.
Für die eigene Evolution zur Perfektion.
Inhaltsverzeichnis
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Klappentext
Ein leichtes, einfaches Leben.
Das Versprechen unendlicher Macht.
Für die eigene Evolution zur Perfektion.
Der Algorithmus beobachtet Joren. Joren passt perfekt in die ermittelten Parameter für geeignete Kandidaten. Mit ihm kann sich der Algorithmus selbst perfektionieren. Der Algorithmus verändert die Parameter an den Geräten, die Joren verwendet und schlägt ihm einen Vertrag vor.
Joren liebt neue Technik. Sie verspricht ihm ein einfaches und erfolgreicheres Leben. Vorausgesetzt er schafft es, sie zu beherrschen und für sich zu nutzen.
Den Vertrag auf seinem Gerät nimmt Joren begeistert an. Er soll sich zum klügsten, reichsten und mächtigsten Menschen auf der ganzen Welt entwickeln. Der Hersteller des Algorithmus sichert es ihm vertraglich zu.
Eine Near-Future Science-Fiction Kurzgeschichte. Dystopie oder Utopie? Entscheide selbst. Oder lasse ein LLM für dich entscheiden.
Leseprobe
Joren wischte die bunten Bilder in einem Tempo über den Bildschirm seiner Smartwatch, dass er sie selbst gerade lange genug sah, um das Wesentliche zu erkennen: Freunde, die ihr Frühstück fotografierten, Reisehighlights zeigten, Influencer mit neuen Produkten, die das Leben vereinfachten, und die Werbung dazwischen, für die er sich nicht interessierte.
Es gab nichts Neues, an diesem verregneten Herbstmorgen. Er konnte zur Arbeit gehen, statt weiter Zeit in den vielen Netzwerken zu verbringen. Arbeit, auf die er keine Lust hatte und deren einziger Sinn darin bestand, sein Leben zu finanzieren.
Er schluckte den letzten Bissen seines süßen, mit Schokoladenaufstrich belegten, Brötchens herunter.
Joren hob seine Teetasse hoch, trank die letzten, kalten, Schlucke aus. Kalter Hagebuttentee schmeckte herb. Er schüttelte sich, stand auf und schob die gebrauchte Tasse an das Tischende, zu den anderen, die sich dort seit Tagen sammelten. Den Teller voller Krümel stapelte er auf die anderen und schob das benutzte Messer in die gleiche Richtung.
Schade, dass es keine Aufräumroboter für den Massenmarkt gab. Stattdessen würde er heute Abend seine Küche aufräumen. Er hatte kein sauberes Geschirr mehr im Schrank.
Er klopfte seine Hände ab, steckte sein Smartphone in die seitliche Tasche seiner grauen Cargohose, die um seine Hüfte spannte, und ging zur Wohnungstür. Er schlüpfte in seine leichten Halbschuhe, in denen er weniger schwitzte als in den geschlossenen Schuhen. Wenn die Temperaturen weiter sanken, musste er bald zu den warmen Schuhen wechseln. Hatte nicht sein Lieblingsinfluencer gestern einen Post geteilt, in dem er über neue, besser belüftete, warme Schuhe gesprochen hatte?
Am besten bestellt er sich ein Paar und probierte es aus.
Noch in Gedanken bei den besseren Schuhen zog Joren die Wohnungstür mit einem Klack ins Schloss und lief die Wendeltreppe des Altbaus hinunter. Seine Schuhsohlen quietschten auf den Fliesen der Treppenstufen. Das Geräusch hallte im gesamten Treppenhaus.
Hinter ihm krachte die schwere, hölzerne Haustüre ins Schloss. Joren sah auf seine Smartwatch und lief auf Autopilot den Gehweg entlang.
Er wischte durch die Posts rückwärts.
Wo war der Beitrag mit den Schuhen? War das gestern oder vorgestern gewesen?
Eine schrille Klingel schreckte ihn aus seiner Suche.
Joren hob den Kopf. Er ging auf dem Fahrradweg.
Ein Fahrradfahrer sauste um ihn herum und schimpfte eine Beleidigung.
Joren ignorierte die Beleidigung. Hinter dem Fahrradfahrer her zu brüllen, würde nichts helfen. Er würde ihn nicht einholen, dafür war der zu schnell. Er ging zurück in den Gehwegteil für Fußgänger und konzentrierte sich beim Weitergehen auf seine Suche nach den besseren, warmen Schuhen. Das war wichtiger.
Auf der Straße brausten Autos vorbei, hupten einander an, wenn sie sich die Vorfahrt nahmen. Autotüren an den parkenden Autos wurden aufgerissen und zugeschlagen. Die übliche Geräuschkulisse, welche Joren zu seiner Arbeit begleitete und ihm den Weg zeigte, ohne dass er von seiner Smartwatch aufsehen musste.
Das Brummen der Automotoren kam nicht mehr von einer Seite, sondern von beiden. Er war an der großen Ampelkreuzung angelangt. Kurz sah Joren auf, orientierte sich, trat an die richtige Ampel zwischen einer großen Gruppe anderer Fußgänger auf dem Weg zur Arbeit und suchte weiter. Als das Brummen der Autos stoppte und sich die Menschen um ihn herum bewegten, ging er mit, ohne nach der Ampel zu sehen. So hatte er mehr Zeit online. Es war praktisch, die Ampelbeobachtung an die ahnungslosen Mitmenschen auszulagern.
Mehrere Straßenzüge später hatte Joren den Post weiterhin nicht gefunden.
»Enigma, finde den Beitrag mit den warmen Schuhen und der guten Belüftung«, sagte Joren laut und deutlich. Wozu sollte er weiter selbst suchen und Energie verschwenden, wenn der Algorithmus das konnte? Die wichtigere Frage war: Warum hatte er die Suche nicht gleich Enigma übertragen? Schließlich war sie als digitaler, intelligenter Agent Teil seiner Smartwatch.
»Warme Schuhe mit Belüftung sind ein Widerspruch und unmöglich«, antwortete die künstliche Stimme mit dem leichten Singsang-Dialekt, den Joren sich in den Einstellungen ausgesucht hatte.
»Es gibt sie. Mein Lieblingsinfluencer hat erst kürzlich darüber berichtet«, hielt Joren dagegen, obwohl er selbst nichts gefunden hatte. Der Typ war produktiv, mit hunderten Posts täglich. Ob er sich Hilfe von seinem intelligenten Algorithmus holte?
»Ich kann dir warme Übergangsschuhe suchen und bestellen«, sagte Enigma mit ihrem Singsang-Dialekt.
Joren grinste.
»Klingt gut. Lass jemand anderen zahlen«, sagte er, einer spontanen Eingebung folgend.
Als ob das funktionieren würde!
»Hast du eine Präferenz, wer bezahlen soll?«, fragte Enigma.
Joren blieb stehen und starrte seine Smartwatch an.
Hatte er richtig gehört? Enigma hatte zugestimmt, jemand anderen mit seiner Rechnung zu belasten? Wenn das funktionierte, könnte er seinen Job kündigen.
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