Erwählt zur Partnervermittlerin. Gegen ihren Wunsch. Wenn sie das Ernennungsritual besteht.
Inhaltsverzeichnis
Cover

Klappentext
Reitruth bekommt ihren Job per Geburtsrecht zugeteilt.
Vorausgesetzt, sie überlebt das Ernennungsritual.
Der Job ihrer Eltern steht auf Reitruths Wunschliste ganz hinten. Auf dem letzten Platz. Trotzdem kämpft sie sich jetzt durch den scharfen Wind.
Zuerst einmal, um zu überleben, und zum Zweiten, um ihre Bestimmung im Leben zu finden. Indem sie die erste überlebende Kandidatin wird, die eine Ablehnung erhält: Zur Partnervermittlerin ungeeignet!
Bunte, lustige und herzerwärmende Science-Fiction Space-Opera mit einem Ende, welches auch Reitruth nicht erwartet hätte.
Leseprobe
Der Wind brauste um Reitruth. Er riss scharf und hart an ihrem nackten Handrücken und trocknete ihre Lippen aus.
Es waren die einzigen beiden Körperstellen, welche sie nicht gegen den Wind geschützt und bedeckt hatte.
So wie es die Tradition verlangte.
Auch wenn die Tradition zu einer Zeit entstanden war, als auf dieser kahlen Hochebene riesige Urwaldbäume mit Lianen gewachsen waren. In ihnen hatten Tausende verschiedene Tierarten gewohnt: große, riesige und winzig kleine.
Heute war nur der nackte, harte Fels unter Reitruths dicken Stiefelsohlen übrig. Fels, auf dem sie sich mit Karabinern festgebunden hatte, um nicht weggeweht zu werden. Die Karabiner, eingehakt in Schlaufen an ihren Stiefeln, zogen sie fest an den Boden.
Sie hatte gerade die letzten Worte des Rituals gesprochen.
Hoffentlich wurde sie nicht ausgewählt. Sie hatte Träume, in denen sie das Universum erkundete. Darin war kein Platz für die Partnervermittlungsaktivitäten, für welche die Herelima auf diesem Planeten bekannt waren.
Trotzdem musste sie das Ritual absolvieren. Es gab zu wenige, ausgewählte Partnervermittler. Jede Herelima musste sich prüfen lassen.
Reitruth dachte intensiv an die fernen Planeten mit den fremden Aliens, die sie erforschen wollte. Wasserwelten, mit Aliens, die Fischen ähnelten und Schuppen an ihren Flossen trugen. Luftwesen mit Flügeln, die keine Gliedmaßen hatten, wie es bei ihr der Fall war. Unvorstellbare Wesen, die komplett unter der Erde lebten, mit Händen wie Schaufeln und Augen, die blind waren, weil sie in der Dunkelheit sowieso nichts nützten.
Mitten hinein in ihre Gedanken schlang sich ein rosarotes Farbband.
Es ringelte sich um Reitruths rechten Zeigefinger und verdrängte die sorgfältig aufgebaute Visualisierung der fremdartigen Aliens.
Nur ihre ausgestreckten Hände blieben in Reitruths Visualisierung zurück.
Fingerspitzen, die nackt und bloß waren.
Bis auf den Zeigefinger, um den sich das rosafarbene Band festschlang.
Ein hellgrünes Band erschien und schlang sich um den Daumen ihrer linken Hand.
Reitruths Herz schlug schneller. Es trommelte gegen ihre Brust. Ihr Geist wehrte sich gegen die Vorstellung und versuchte, das Braunschwarz eines unter der Erde lebenden Wesens zurückzuholen. Den Duft von vermodernden Blättern und feuchtem Dreck heraufzubeschwören.
Stattdessen erschien ein braunschwarzes Farbband und wickelte sich um die Spitze ihres linken, kleinen Fingers.
Der Wind brauste in ihren Ohren und lenkte ihre Aufmerksamkeit von ihrer Visualisierung in die physische Welt. Auf das kahle, graue Felsplateau, an dem sie sich mit starken Karabinern festgebunden hatte.
Eine Staubwolke in der Ferne deutete auf einen aufkommenden Sandsturm hin. Sie musste ihr Ritual abschließen und verschwinden, bevor er sie erreichte.
Abschätzend kniff Reitruth ihre Augen hinter ihrer Schutzbrille enger zusammen.
Die Ränder des Sturms waren undefiniert und ausgefranst. In den wenigen, schnellen Herzschlägen, in denen sie den Sturm betrachtete, hatte er sich über den halben Horizont ausgebreitet. Sie würde es nicht rechtzeitig von der Hochebene herunterschaffen. Aber die Höhlenlöcher weiter zur Seite, die müsste sie erreichen können. Dort drinnen konnte sie den Sturm geschützt abwarten.
Wenn das Ritual rechtzeitig beendet war.
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