Gemüse anpflanzen und zubereiten in der Schwerelosigkeit. Unser zukünftiges Essen?
Inhaltsverzeichnis
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Klappentext
Tourismusziel: International Tourist Space Station 1, kurz ITSS1. Ein Flop des Unternehmens. Kein Tourist kommt freiwillig. Zweimal schon gar nicht.
Mark, verantwortlich für das Marketing dieser Saison, plant eine Änderung. Frisches Essen auf Tellern, statt Astronautennahrung aus der Tube.
Das Problem: Auf seinem Vorschlag prangt in rot und fett »Abgelehnt«. Aber das wird Mark nicht aufhalten.
Die schwerelose Geschichte im All züchtet und kocht Kürbisse. Eine überwältigende Mischung aus Ungehorsam, Einfallsreichtum und technischen Grenzen.
Leseprobe
Sein Antrag war schon wieder abgelehnt worden. In roten Großbuchstaben und einem rechteckigen, roten Rand darum herum war das Stempelbild quer über die PDF Datei gelegt worden, die er letzte Woche abgegeben hatte. Sein Konzept für die nächste Tourismussaison auf dem fliegenden Kometen.
Seitdem er die niederschmetternden Erfolgszahlen der letzten Saison hatte, hatte er daran gearbeitet.
Mark saß in seinem Stuhl und wäre am liebsten aufgesprungen, um sich abzureagieren. Zum Glück war er an seinem Platz festgeschnallt, damit er mit seinen Impulsen in der Schwerelosigkeit auf der International Tourist Space Station 1, kurz ITSS1, nicht davon schwebte. Fliegender Kontinent nannten die Leute die Station in der Umgangssprache.
Ein Kontinent, auf dem keine Pflanze wuchs und auf dem es nichts Frisches zum Essen gab. Abgesehen von den Bakterien und Mikrokulturen hinter den verschalten Wänden. Sie waren der Grund dafür, dass nach jeder Tourismussaison die Station für einen Monat geschlossen und grundgereinigt wurde.
Mark dachte an die lange Liste mit negativen Bewertungen, die er mit seinem Konzept hatte verbessern wollen.
Es gab mehr als genug Menschen auf der Erde. Aber bisher hatte noch kein einziger Tourist einen zweiten Urlaub hier gebucht. In zwanzig Jahren. Wenn es so weiterging, dann würden sie bald keine Kunden mehr haben. Zumindest keine Zahlenden mehr.
Schon jetzt wurden jede Saison fünf Prozent der Plätze verlost. Der Werbung wegen. Die Gewinner waren die einzigen Gäste, die gut über den fliegenden Kontinent sprachen, der um die Erde kreiste. In ihren Verträgen stand das als Verpflichtung: Positive Rückmeldung und positive, vorteilhafte Gesamtkommunikation.
Die Touristen wollten frisches Gemüse. Auch im Weltall! Da war es egal, dass sie auf der Erde verarbeitetes Essen kauften und ein Feld nach dem anderen zubetoniert wurde. In ihrem Urlaub forderten sie das Gegenteil.
Mark konnte die Ablehnung nicht fassen. Wie konnte Marius Mince, sein Chef, diesen einfachen Zusammenhang nicht erkennen? Frisches Gemüse bedeutete mehr Kunden.
Wollte, oder konnte die Space Tourist Agency es nicht verstehen? Die Ergebnisse der Umfragen zeigten klar: Das Essen schmeckte nicht. Und warum schmeckte es nicht? Weil kein Tourist freiwillig das Essen aus den Tüten aß, dass den Berufsastronauten vorgesetzt wurde. Nicht häufiger als einmal.
Er schüttelte den Kopf. Die Spitzen seiner blau gefärbten Haare schlugen ihm auf die Nase.
Irgendwie musste Mark seinen Chef davon überzeugen einen Garten an Bord des fliegenden Kontinentes anzulegen.
Er fuhr sich durch seine halblangen, blau gefärbten Haare, bis sie komplett zerzaust waren. Dann beugte er sich zur Seite, zog an der dicken Kunststofflasche und löste ratschend den Klettverschluss. Im obersten Einsteckfach seines Bürolagerplatzes steckte sein gemaserter Kamm aus Olivenholz. Ein Geschenk seiner Schwester zum Schulabschluss. Seither begleitete der Kamm ihn überallhin. Ins Ausland zum Studium. Bei Langstreckenflügen. Bei Kurztrips in den erdnahen Weltraum, wenn er den fliegenden Kontinent besuchte.
Mark verantwortete den Erfolg der nächsten Touristensaison. Ein Erfolg, der nicht an ausverkauften Reiseplätzen gemessen wurde, sondern an Rückmeldungen und Wiederholungsbuchern.
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