Langweilige Süßigkeitentechnik?

Der erste Kontakt.

Zwischen Uranus und Neptun.

Forschungsreise als diplomatische Mission.

Inhaltsverzeichnis

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Langweilige Süßigkeitentechnik?
Langweilige Süßigkeitentechnik?

Klappentext

Antonio sitzt im Raumschiff am Rand des Sonnensystems. Die Maschine für die Frühstücksschokolade ist kaputt.

Das Reparieren dauert bereits über zehn Erdstunden. Und jetzt fehlt die Schraube für den letzten Dichtring.

Statt die Schraube zu finden, macht Antonio eine unerwartete Bekanntschaft.

Der erste Kontakt mit außerirdischer Intelligenz. Irgendwo zwischen Uranus und Neptun. Eine Forschungsreise die zur diplomatischen Mission wird. Welche Überraschungen warten noch in unserem eigenen Sonnensystem?

Leseprobe

Noch zwei Schrauben, drei Dichtringe und unzählige Abdeckungen und dann konnte Antonio endlich Feierabend machen.

Der Maschinenraum des Raumschiffs war sein liebster Aufenthaltsort, was sich gut mit seinem Job als Mechaniker ergänzte. Nachdem er bereits neun Stunden unter dieser speziellen Maschine lag, oder an ihr schwebte, wer nahm das in der Schwerelosigkeit schon so genau?, war er trotzdem reif für eine Pause.

Nun ja, die Sprache hatte sich noch nicht an die Raumfahrt angepasst. Das würde vermutlich noch eine Weile dauern, schließlich waren sie eines der wenigen Raumschiffe, dass überhaupt weitere als bis zum Mars flog und das Ziel hatte zurückzukehren. Alle anderen waren bisher unbemannt aus dem Sonnensystem herausgeflogen. Dabei hatten sie immer wieder seltsame Bilder von einem der Zwergplaneten geschickt.

Seltsam genug, dass sie als bemannte Mission losgeschickt worden waren.

Antonio dachte an den Abschied von seinen Eltern und Freuden. Viele würde er, wenn er es selbst überlebte und als alter Mann zurück zur Erde kam, nicht mehr wiedersehen.

Er zuckte mit den Schultern. Er fand die Wissenschaft spannender. Besonders, weil es im Maschinenraum schon den ganzen Tag so süß duftete wie sonst nur in den Wochen vor Weihnachten: Zimt und süße, geschmolzene Schokolade vermischten sich mit knusprigem Kuchenteig.

Nur noch zwei Schrauben und drei Dichtringe. Langsam wurde er hungrig. Das Mittagessen, rehydriertes Eiweiß mit aufgewärmtem Kartoffelbrei, war lange her.

Noch zwei Schrauben.

Moment.

Das konnte nicht stimmen.

Zu jedem Dichtring gehörte eine Schraube!

Hatte eine Schraube gehört. Wenigstens heute Morgen, als er alles auseinandergebaut und in den kleinen Taschen und an den Ösen am Klettband seiner Hose verstaut hatte.

Eine Schraube fehlte.

Mist.

Bevor er diesen kleinen, grauen, mit einem Gewinde versehenen Stahlstift nicht gefunden hatte, würde er nicht Schluss machen können.

Antonio dachte an die restliche Mannschaft an Bord. Insgesamt waren sie zu viert. Keiner der anderen drei würde sich für die fehlende Schraube interessieren. Alle waren viel mehr daran interessiert, dass er die Maschine wieder online brachte. Schließlich hing davon die Versorgung mit Süßigkeiten ab.

Einsam, seit Jahren durch das Sonnensystem fliegend, hatten sie fast alle mehr Soaps gesehen und Bücher gelesen als sie je geplant hatten. Natürlich war ihre Mission wichtig. Jeder war motiviert und führte die geplanten Experimente und Beobachtungen durch.

Trotzdem, nach Dienstschluss brauchte man etwas Abwechslung und mangels Interesse an den anderen Mannschaftsmitgliedern und der sehr eingeschränkten Privatsphäre für solche Interessen, hatten sich alle irgendwann auf das Essen verlegt. Genauer gesagt, auf das Essen von Süßigkeiten in all ihren Formen und Farben. Was immer die Maschine hergab. Und damit war er wieder bei seinem Problem.

Keiner hatte die Baupläne mitgenommen, oder auf dem Computer des Raumschiffs hinterlegt.

Die Süßigkeitentechnik galt als einfach, langweilig, gar als unnötiger Luxus und war überhaupt nur an Bord, weil irgendein Großkonzern die Mission großzügig finanziert hatte.

Als Gegenleistung sollten die Astronauten die Süßigkeiten im All verkostet und den Genuss in kurzen Videos dokumentieren. Zu Forschungszwecken.

Oder zu Werbezwecken.

So sicher war Antonio sich da nicht.

Fakt war: Nach anfänglicher Skepsis und mehreren Jahren Zeit in ihrer geschlossenen Gruppe, war die Maschine mit eine der Wichtigsten an Bord geworden.

Gleich nach der Sauerstoffversorgung, der Wärmemaschine und dem Wasseraufbereiter. Sie kam noch vor dem Antrieb und der Kommunikation mit der Station auf der Erde.

Die Antwortzeiten dauerten täglich länger. Inzwischen waren sie bei über siebzehn Stunden. Pro Richtung.

Nur die Aussicht das nächste Frühstück wieder ohne Schokolade durchstehen zu müssen hatte zu dem Versuch geführt, selbst die Maschine zu reparieren. Einfache Technik. Kein Problem. Richtig?

Hätte er vorher gewusst, was vor ihm lag, er hätte es sich nochmals überlegt und vielleicht, die Wahrscheinlichkeit war gering, auf die Antwort von der Erde gewartet.

Aber Sophia hatte beim Frühstück so lieb gelächelt und Frank hatte tatkräftig unterstützt und Antonios Ego gestreichelt. Außerdem gehörte heiße Schokolade zu seinem Lieblingsgetränk. Früher, auf der Erde, war das einmal Tee gewesen.

Irgendwann hatte er nachgegeben.

Seither schraubte Antonio hier herum und vernachlässigte seine eigentliche Aufgabe: Die Bilder aus der weiteren Umgebung auf die seltsamen Anomalien hin zu untersuchen, die die unbemannten Sonden aufgenommen hatten.

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