Freibadflirt und Erdbeerdessert

Die besten Männer sind immer vergeben.

Zu Recht.

Leider.

Inhaltsverzeichnis

Cover

Freibadflirt und Erdbeerdessert

Klappentext

Die besten Männer sind immer vergeben. Zu Recht. Leider.

Anna steht am Beckenrand im Freibad. Statt der ersehnten, frischen Erholung, umgibt sie Kindergeschrei. Statt des befreienden Sprungs ins Wasser trifft sie auf ihrem anziehenden Kollegen Michael. Michael.

Flirten? Mit einem vergebenen Mann? Für Anna keine Option.

Dann taucht Michaels vermeintliche Partnerin am Beckenrand auf. Zeit zu gehen, beschließt Anna.

Eine romantische Kurzgeschichte mit kaltem Wasser, heißen Fantasien und frischen Erdbeeren.

Leseprobe

Die Sonne brannte hoch am Himmel.

Früher Nachmittag.

Kein Schatten.

Das Wasser plätscherte an den Beckenrand und der leichte Wind wehte den Chlorgeruch, vermischt mit heißem Fett von frittierten Pommes, in Annas Nase.

Das Kreischen der Kinder gellte in ihren Ohren. Die Idee, das Freibad an einem Freitagnachmittag zu besuchen war nicht so gut, wie sie gedacht hatte.

Im Büro, mit der hoch geknöpften, weißen Baumwollbluse und den blauen Jeans, welche in der stickigen Bürohitze an ihren Schenkeln klebte, obwohl alle Fenster offen waren, hatte die Idee jedoch einiges für sich gehabt. Dort war es ihr wie eine wundervolle Befreiung erschienen, ins Freibad zu gehen. Sie hatte sich vorgestellt, wie sie sich vom Wasser bei jedem Schwimmzug streicheln und massieren lassen würde. Sie hatte sich darauf gefreut, die frische Luft zu genießen, fernab von den Rechnungen, die sie erfassen musste. Sie wollte frei und leicht im Bikini durch das Wasser schweben und sich fast wie ein Vogel fühlen.

An die Kinder und das Bratenfett hatte Anna nicht gedacht.

Besser gesagt, sie hatte es seit letztem Sommer vergessen. Schließlich war das Freibad erst seit dieser Woche geöffnet.

Anna sah sich um. Ob es wohl einen hübschen Mann für eine Sommerromanze gab? Einen, der vielleicht auch nach dem Sommer noch spannend sein könnte?

Sie hielt eine Hand über ihre Augen, für ein wenig Schatten und bessere Sicht. Die Männer, die sie sah, waren entweder Übergewichtig oder ganz offensichtlich mit ihrer Familie hier.

Sie sah keine Option für einen Flirt oder eine Beziehung.

Nun, wenn in Sachen Bettvergnügen schon niemand hier war, dann konnte sie wenigstens ein paar Bahnen ziehen, bevor sie nach Hause ging, sich über das VPN im Firmennetzwerk anmeldete und die restlichen Rechnungen verbuchte. Auch, wenn es nach heißem Bratenfett und Chlor roch.

Anna kreiste ihre Schultern ein paar Mal zum Aufwärmen. Sie drehte sich um und streckte die Arme aus, um mit einem Sprung ins Becken zu hechten.

Statt in die Luft trafen ihre Hände auf warme Haut. Dann rutschte sie ab und berührte nasse Haare.

Aus den Augenwinkeln sah sie blaue Augen und glatt rasierte Wangen, die viel zu bekannt aussahen.

Vom Büro und aus ihren Träumen.

Ihr Herz raste. Michael war hier und sie wäre fast in ihn hineingesprungen!

Was sollte sie jetzt sagen? Hoffentlich saß ihr knapper Bikini fest genug, um keine blöden Kommentare zu provozieren, die dann bei der Arbeit in der Teeküche geteilt und weitergegeben wurden. Michael gehörte zwar nicht zu der Sorte der Tratschtanten, aber manchmal wusste man es nie.

Anna ruderte mit den Händen wild in der Luft und suchte ihr Gleichgewicht wieder zu finden. Das Wasser war jetzt der letzte Ort in dem sie landen wollte.

»Hoppla«, sagte Michael mit seiner bekannten, warmen Stimme, die Anna immer zum Träumen brachte.

Dann verlor sie endgültig den Halt.

Mit den Händen und Armen wild herumwedeln hatte nicht geholfen. Sie sie platschte, zusammen mit ihrem Arbeitskollegen, ins Wasser.

Statt elegant einzutauchen, klatschte sie längs mit dem Bauch und ihren ausgestreckten Armen auf die Wasseroberfläche. Kalt spritzte das Wasser nach allen Seiten und prasselte dann auf ihren Rücken herunter.

Annas Atem stockte. Ihre Brust, ihr Bauch und ihre Arme brannten. Es spritzte in ihre Augen. Ihre Haut brannte und Wasser verschleierte ihr die Sicht.

Keuchend rang Anna nach Luft. Sie trat Wasser und drehte sich um sich selbst.

Niemand zu sehen.

Michael?

War sie wirklich in Michael hineingesprungen? Sie sollte sich besser umsehen, bevor sie seitwärts ins Schwimmerbecken sprang.

Schließlich entdeckte sie den dunklen Haarschopf tief unter sich im Wasser treiben.

Die Arme und Beine ausgestreckt, als könnte er nicht schwimmen. Bis sie um Hilfe rief war es sicher zu spät, außerdem konnte sie selbst tauchen und hatte, zumindest als Jugendliche im Schwimmkurs für Fortgeschrittene die Handgriffe zum Abschleppen und Retten von ertrinkenden Personen geübt.

Anna holte tief Luft, dass sich ihre Brüste gegen, dass nasse Bikinioberteil drückten und tauchte unter. Hoffentlich hatte sie ihn nicht verletzt. Konnte er nicht schwimmen? Aber was hatte er dann am Beckenrand für das Schwimmerbecken verloren?

Ihr Herz schlug schneller. Das Wasser rauschte in ihren Ohren. Sie konnte später Fragen stellen. Jetzt musste sie sich ersteinmal darauf konzentrieren Michael aus dem Wasser zu holen.

Sie zog ihre Arme zur Seite und stieß sie wieder nach vorne um tiefer zu tauchen. Natürlich war sie an der tiefsten Stelle, gleich neben dem, noch geschlossenen Sprungturm, ins Wasser gefallen. Noch ein oder zwei Armzüge und kräftige Schläge mit den Beinen und sie müsste ihn erreichen.

Es rauschte in ihren Ohren.

Sie konnte sich nicht erinnern im Schwimmkurs jemals einen Mensch herauf getaucht zu haben. Alle Übungen hatten immer an der Wasseroberfläche stattgefunden. Wie wohl die Mund-zu-Mund-Beatmung mit Michael war?

Der Mann unter ihr bewegte sich nicht.

Noch ein Armzug.

Anna schob den Gedanken an Michaels Lippen zur Seite. Ersteinmal musste sie ihn aus dem Wasser holen bevor er ertrank.

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